Barrierefreier Webauftritt

Ein barrierefreier Webauftritt erleichtert es allen Personen, sich umfassend über Ihre Angebote zu informieren und auch digitale Kulturangebote wie gestreamte Aufführungen, virtuelle Museumsrundgänge oder Konzerte barrierefrei zu erleben.

Das Foto zeigt den Bildschrim eines Laptops im Hintergrund. Vor dem Bildschirm ist ein Tablet zu sehen. Das Tablet wird von einer Hand gehalten. Die andere Hand nutzt das Tablet als Touchpad

Warum ein barrierefreier Webauftritt?

Das Internet ist für Menschen mit Behinderung von großer Bedeutung, da es ihnen Zugang zu Informationen und Dienstleistungen bietet, die aufgrund von bspw. physischen Barrieren in der Realität schwer erreichbar sind. Zum Beispiel lassen sich Tickets über das Internet buchen und ersparen so einen extra Weg; Bücher und Filme können im Internet bestellt und angeschaut werden, so dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht auf einen barrierefreien Buchladen angewiesen sind.

Aber auch Multimedia-Angebote wie Live-Streams von Aufführungen oder Konzerten, Webinare oder Tutorials, die auf einer Webseite eingebunden sind, müssen barrierefrei gestaltet sein.

Was bedeutet barrierefreier Webauftritt?

Barrierefreier Webauftritt bedeutet, dass Menschen mit Behinderung das Web wahrnehmen, verstehen und navigieren können, aber auch mit dem Web interagieren und selbst zum Web beitragen können.

Die Standards für einen Barrierefreien Webauftritt sind international vereinbart, siehe Web Content Accessibility Guidelines 2.1 (WCAG 2.1). Auch die nationalen Richtlinien bauen auf diesen Standards auf, siehe Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0).

 

Wahrnehmbar, bedienbar und verständlich

Um einen Webauftritt barrierefrei gestalten zu können, ist es wichtig, die Bedürfnisse, die sich aus den spezifischen Behinderungen ergeben, zu kennen. Beispielsweise muss es möglich sein, die Website ohne Maus, sondern nur mit der Computertastatur bedienen zu können. Blinde Menschen bspw. arbeiten am Computer mit einem sogenannten Screenreader, der ihnen die Informationen, die auf dem Bildschirm erscheinen entweder vorliest oder in taktile Brailleschrift übersetzt. Die Steuerung des Screenreaders erfolgt bspw. über die Tastatur. Der Screenreader orientiert sich dabei an der Struktur der Website. Eine gute Struktur zeichnet sich dadurch aus, dass Menü und Unterpunkte als solche erkennbar und einzeln ansteuerbar sind, d.h. dass man Inhalte überspringen bzw. zwischen Inhalten hin- und herwechseln kann und nicht jeden Text von Anfang bis Ende anhören muss. Grafische Darstellungen wie z.B. Buttons oder Formularfelder sollten als solche beschrieben und Bilder immer mit einem Alternativtext versehen werden.

Weitere Kennzeichen eines barrierefreien Webauftritts sind: die Möglichkeit Inhalte kontrastreich darstellen und vergrößern zu können, Inhalte in Leichter und/oder Einfacher Sprache, Gebärdensprachvideos etc.

Multimedia-Angebote, die in die Webseite eingebunden sind, wie z.B. Videos, Animationen oder Filme sind ebenfalls barrierefrei aufbereitet, d.h. mit Audiodeskription, Untertiteln und Gebärdensprache.