Inklusive Praxis im Museum. Präsentieren und Vermitteln

14. Juli 2021 | Leipzig

Seminarziel

Das Thema Inklusion geht über Barrierefreiheit weit hinaus. Es eröffnet einen kritischen Blick auf gängige Praktiken des Sammelns, Ausstellens und Vermittelns. Durch die Beschäftigung mit der Kategorie „Behinderung“ werden in diesem Workshop kreative Ansätze für die Museumsarbeit vermittelt und erprobt. Neben einer theoretischen Einordnung, wird in Gruppen erarbeitet, wie Museen ihre Arbeiten inklusionsorientiert entwickeln, präsentieren und vermitteln können.

Methoden

Zunächst wird es Inputs aus Theorie und Praxis geben, die Sichtweisen auf das Thema Behinderung vorstellen und hinterfragen. Danach wird gezeigt, wie eine inklusive Denk- und Arbeitsweise die kuratorische Praxis verändert.

Anschließend wird in mehreren Gruppen gearbeitet und ausgehend von einem Museum / einer Sammlung überlegt, wie diese anders präsentiert und vermittelt werden könnte.

Lernergebnis

  • Ein Verständnis dafür, wie Behinderung mit anderen Dimensionen von Diskriminierung zusammenhängt
  • Ein kritischer Blick auf die eigene Sammlung, Auswahl von Objekten, Künstler*innen etc.
  • Ideen für inklusive Vermittlungsformate und Präsentationsformen
  • Eine veränderte Einstellung

ReferentInnen

Dirk Sorge hat Bildende Kunst an der UdK Berlin und Philosophie an der TU Berlin studiert. Er arbeitet seit einigen Jahren als Kulturvermittler für verschiedene Museen in Berlin, Leipzig und Chemnitz. Als Gründungsmitglied von Berlinklusion berät er Institutionen zum Thema Inklusion und setzt sich für die kulturelle Teilhabe von KünstlerInnen mit Behinderung ein.

Dr. Viola Snethlage-Luz (Kunsthistorikerin und Grafikdesignerin) hat in Mainz, Marburg und Valencia studiert. Im Rahmen ihrer Promotion mit dem Titel “Wenn Kunst behindert wird” an der Philipps-Universität Marburg startete sie eine Expedition ins Universum der Rezeptionsgeschichte von KünstlerInnen mit Assistenzbedarf in der Bundesrepublik Deutschland und ist bis heute dort mit Begeisterung unterwegs. Ihr wissenschaftlicher Fokus liegt auf zeitgenössischer Kunst, Disability und Gender Studies. Dr. Viola Snethlage-Luz wird während des Workshops einen Online-Impuls geben.

Eric Beier studierte ab 2014 an der HfBK Dresden Bildende Künste (Malerei/Grafik) bei Prof. Christian Sery. In seinen Werken beschäftigt er sich aktuell intensiv mit dem Narrativ von körperlicher Andersartigkeit, ihren Widersprüchlichkeiten und Abgründen, in dem er diese in seinen Arbeiten aufbricht, und ihre Gültigkeit hinterfragt.  Neben Ausstellungsbeteiligungen sind seine Werke auch als Kunst am Bau zugänglich. Weitere Informationen: https://www.ericbeier.de/

Zielgruppe, Teilnahme

Der Workshop richtet sich an MitarbeiterInnen aus allen Abteilungen von Museen – insbesondere an die Leitungsebene, KuratorInnen und Vermittlungs- bzw. Bildungspersonal. Auch selbstständige Kulturschaffende sind willkommen. Der Workshop richtet sich auch an MitarbeiterInnen von gemeinnützigen oder öffentlichen Kulturinstitutionen aller Sparten.

Kooperationspartner

Sächsische Landesstelle für Museumswesen
Museum der bildenden Künste Leipzig