- Datum
- 3.11.2026 15:00 Uhr - 17:30 Uhr
- Ort
- Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Dresden
- Adresse
- Lingnerplatz 1
01069 Dresden - Anbieter
- Servicestelle Inklusion im Kulturbereich, Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen, Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Zwischen Repräsentation und Othering – Was sagt die Psychologie dazu?
Inhalt
Wie entstehen Zuschreibungen, Stereotype und das gesellschaftliche „Anders-gemacht-Werden“ – und welche Konsequenzen hat das für die kuratorische und dramaturgische Praxis? Die Veranstaltung verbindet sozialpsychologische Erkenntnisse mit den Erfahrungen von Künstler*innen und Kulturakteur*innen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen.
Ausgangspunkt sind die Erkenntnisse des Psychologen Bertolt Meyer aus seinem Buch „Anders. Was wir aus der Psychologie über den Umgang mit Unterschieden lernen können“ (Link: Ullstein-Verlag). Sie eröffnen eine neue Perspektive auf die Entstehung gesellschaftlicher Zuschreibungen und bilden den Ausgangspunkt für die zentrale Frage der Veranstaltung: Wie können Kulturinstitutionen Repräsentation so gestalten, dass sie Vielfalt sichtbar macht, ohne Othering zu reproduzieren? Welche Rolle spielen dabei kuratorische Entscheidungen, Dramaturgien, Sprache und institutionelle Routinen?
Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmenden Wissen und Handlungssicherheit zu vermitteln, damit Vielfalt in der Programmarbeit differenziert gestaltet werden kann – jenseits von Stereotypen, Othering und symbolischer Repräsentation.
Othering
Othering (auf Deutsch etwa „Anders bzw. Fremd Machen“) beschreibt ein Phänomen, bei dem eine gesellschaftliche Gruppe von einer anderen abgrenzt wird, indem sie als anders, fremd, exotisch oder sogar „abnormal“ gekennzeichnet wird. Dabei werden Unterschiede betont und Gemeinsamkeiten nicht beachtet. Die Gruppen werden dadurch als sehr geschlossen und starr dargestellt. In der Berichterstattung über Menschen mit Behinderung wird oft das Besondere und Außergewöhnliche hervorgehoben, anstatt die Behinderung als eine Eigenschaft neben vielen anderen zu verstehen. (aus unserem Glossar)
Podium
Bertolt Meyer, geboren 1977 in Hamburg, ist Hochschullehrer, Psychologe, Forscher und Autor. Sein Impuls bildet den Auftakt für das Podium. Als Moderator der Wissenschaftssendung Agree to Disagree! auf arte bringt er seinem Publikum komplexe Themen auf verständliche Weise näher. Bertolt Meyer ist ohne linken Unterarm zur Welt gekommen und engagiert sich für eine inklusive Gesellschaft. Er forscht an der TU Chemnitz zu Vielfalt in der Gesellschaft und Arbeitswelt und zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. 2024 erhielt er den Preis des Deutschen Hochschulverbands als Hochschullehrer des Jahres.
Lisa Zocher, geboren in Leipzig, begann mit elf Jahren im Tanzlabor Leipzig, einer semiprofessionellen Company, zu tanzen und sammelte dort erste Erfahrungen im zeitgenössischen Tanz. Sie arbeitete in diversen Produktionen mit verschiedenen Choreograf*innen, wie unter anderem Gesa Volland, Marlen Schumann, Roman Windisch und Liron Dinovitz zusammen. Lisa Zocher ist seit der Gründung der FORWARD DANCE COMPANY 2020 Teil des Ensembles.
Pierre Zinke wurde in Dresden geboren und arbeitet seit 2014 als freischaffender Künstler. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er bei farbwerk e. V. in Dresden. Dort wirkte er in zahlreichen Produktionen im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden mit, darunter „Das Katzenhaus, Geh und rette die Welt“ sowie „Glück, glücklicher, am glücklichsten“. 2018 war er als Komparse in Adina Pintilies Dokumentarfilm „Touch Me Not“ zu sehen. 2023 wirkte er in der Produktion „Difference – Entspanntes Tanztheater für alle“ von Wagner Moreira an den Landesbühnen Sachsen mit. Darüber hinaus absolvierte Pierre Zinke am Tanzlabor Leipzig eine Qualifizierung zum Mixed-Abled-Tanzanleiter. Sein künstlerisches Verständnis beruht auf der Überzeugung, dass jeder Mensch tanzen und sich durch Bewegung ausdrücken kann.
Charlotte Orti von Havranek, Dramaturgin, Kuratorin und Produktionsleiterin, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, war Regieassistentin und Dramaturgin am Theater Vorpommern in Greifswald und Stralsund und Gastdramaturgin am Staatstheater Kassel. 2001 ging sie als Tanzdramaturgin an das Staatstheater Braunschweig, wo sie 2007 in die Schauspieldramaturgie wechselte. Ab 2010 setzt sie dort ihre Arbeit mit Intendant Joachim Klement fort und übernahm für die Spielzeit 2016/2017 die Leitung der Schauspieldramaturgie. Als Tanz- und Schauspieldramaturgin hat sie mit zahlreichen Stück- und Projektentwicklungen sowie in internationaler Zusammenarbeit Erfahrung gesammelt. Ab 2011 koordinierte sie am Staatstheater Braunschweig außerdem das von Barbara Engelhardt kuratierte europäische Festival für junge Regie Fast Forward und verantwortete das Rahmenprogramm des Festivals. Daneben nahm sie Lehraufträge an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig wahr. Mit der Spielzeit 2018/2019 trat sie am Staatsschauspiel Dresden als Kuratorin die Nachfolge von Festival-Begründerin Barbara Engelhardt an und leitete Fast Forward bis zur letzten Festivalausgabe 2025. In der Spielzeit 2026/2027 übernimmt sie u. a. die Produktionsleitung für die Inszenierung NEUER VERSUCH der Fast Forward Preisträger 2024 Clément und Guillaume Papachristou, die künstlerische Leitung für das Fast Forward Online Forum sowie die Dramaturgie für Lily Sykes Inszenierung JANE EYRE.
Zielgruppe
- Fachkräfte aus Kunst- und Kulturinstitutionen, die inhaltliche, kuratorische und dramaturgische Verantwortung tragen – insbesondere Dramaturg*innen, Kurator*innen, Programmleiter*innen und Kulturvermittler*innen.
- Fachkräfte aus künsterlische Hochschulen und Kulturwissenschaftler*innen
- Alle Interessierten sind willkommen.
- Die Teilnahme ist nach vorheriger Anmeldung möglich (Anmeldeformular siehe unten).
- Die Veranstaltung findet nur statt, wenn mindestens 5 Anmeldungen vorliegen.
- Teilnehmende mit Wohnsitz außerhalb der EU (Drittländer) bitten wir, sich vor der Anmeldung mit unserer Buchhaltung in Verbindung zu setzen: buchhaltung@soziokultur-sachsen.de
Teilnahmegebühr
- 45 Euro für Kulturakteur*innen mit Tätigkeitsschwerpunkt in Sachsen
- 90 Euro für Kulturakteur*innen mit Tätigkeitsschwerpunkt außerhalb Sachsens
- 180 Euro für Teilnehmende, die die Inhalte im Rahmen wirtschaftlicher Interessen nutzen
- 22,50 Euro für Mitglieder des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e. V.
- Kostenfrei für Mitglieder des Runden Tisches sowie für Teilnehmende der Prozessbegleitung.
Barrierefreiheit
- Adresse Veranstaltungsort: Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
- Anreise: LINK
- Barrierefreier Zugang zum Raum, Barrierefreies WC, Induktionsschleife vorhanden, weitere Informationen zur Barrierefreiheit vor Ort finden Sie hier: LINK
- Wir sind bemüht, unsere Veranstaltungen so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Bitte geben Sie uns bei der Anmeldung Bescheid, welche weiteren Bedarfe Sie in Bezug auf die Barrierefreiheit des Angebotes haben.
Kooperation
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS), der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich (SIK), und der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden.
Kontakt
Matthias Franke
Servicestelle Inklusion im Kulturbereich
Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.
Alaunstr. 9 | 01099 Dresden
T: 0351 – 802 17 69 | E: franke@soziokultur-sachsen.de
Web: www.inklusion-kultur.de
Förderhinweis
Die Servicestelle Inklusion im Kulturbereich (SIK), in Trägerschaft des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Veranstaltung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.