– Café, Garderobe & Co

Vor und nach der eigentlichen Kulturveranstaltung gibt es typische Abläufe, die ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Die Planung von Barrierefreiheit muss immer auch das gesamte „Drumherum“ von Kassen, WCs und Garderoben bis hin zu Cafeterien und Museumsshops berücksichtigen.

Auch Kassen- und Tresenbereich müssen aus unterschiedlichen Positionen erreichbar sein © Marcus Aurelius

Wichtige Infrastrukturen

Gängige Infrastrukturen in Kultureinrichtungen umfassen sanitäre Einrichtungen, Garderoben und Kassen, aber auch Räumlichkeiten wie Cafés, Museumsshops oder Leseräume.

Kasse & Infotheke

Gestalten Sie Info- und Kassentresen so, dass sie unterfahrbar und niedrig genug sind, um eine Kommunikation und Bezahlung im Sitzen möglich zu machen.

Sorgen Sie dafür, dass Hörverstärkung durch Lautsprecher oder Induktionsschleife möglich und erprobt ist. Insbesondere, wenn die Personen durch eine Glasscheibe getrennt sind, ist die Verständigung unter Umständen schwierig.

Garderobe

Achten Sie darauf, dass die Garderoben zugänglich sind, und bieten Sie Schließfächer in unterschiedlichen Höhen an. Der Schließmechanismus muss leicht und idealerweise ohne Münzgeld möglich sein. Falls dies technisch (noch) nicht bei allen Schließfächern umsetzbar ist, sollten spezielle Fächer vorgehalten werden, welche sich im Arbeits- und Sichtfeld des Personals befinden.

Café

Sorgen Sie in den Cafés für Sitzgelegenheiten und Tische in unterschiedlichen Höhen. Kommunizieren Sie die Menükarte auf unterschiedlichen Wegen und machen Sie den Bestell- und Bezahlvorgang auf unterschiedliche Art möglich. Auch hier gilt das Zwei-Sinne-Prinzip. Bebilderte Menükarten oder Menüs in Brailledruck sind insbesondere bei festen Karten gute Alternativen. Mögliche App-Systeme oder Bestellterminals müssen umfassend barrierefrei sein (visuell wie inhaltlich). Gleichzeitig ist anzustreben, dass Selbstbedienung nicht die einzige Möglichkeit ist.

Technik & Ausstattung

  • Kennzeichnen Sie klar Ausleihmöglichkeiten von Rollstühlen, Rollatoren, tragbaren Hockern und Audioguides und schulen Sie das Personal so, dass es Besucher:innen die Bedienung erläutern kann.
  • Platzieren Sie Taster für Aufzüge, Lichtschalter, Türöffner etc. einheitlich in einer leicht erreichbaren Höhe (DIN-Norm) und gestalten Sie sie kontrastreich.
  • Berücksichtigen Sie bei den Alarmsystemen das Zwei-Sinne-Prinzip (z.B. Tonsignal und Lichtsignal). Schulen Sie das Personal entsprechend, damit es weiß, wie Besucher:innen mit Behinderung evakuiert werden können. Evakuierungsszenarien sollten zwingend nicht nur mit den zuständigen Behörden, sondern auch mit Betroffenen geplant und auch geprobt werden.

Sanitärräume

Nicht nur die barrierefreien Toiletten müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Auch die anderen Sanitärräume sollten z.B. Waschbecken in unterschiedlichen Höhen anbieten, hell und kontrastreich gestaltet sein und ausreichend Abstell- und Ablagemöglichkeiten bieten (für Kleidung, Rucksäcke und Hilfsmittel). Möglichkeiten zum Wickeln von Kindern sollten unabhängig vom Geschlecht unkompliziert gefunden werden und sich idealerweise nicht in Toiletten speziell für Menschen mit Behinderung befinden.

  • Denken Sie daran: Bei barrierefreien Toiletten muss die Tür besonders leichtgängig und nach außen zu öffnen sein.
  • Sorgen Sie vor und neben dem WC für genügend Platz, damit der Sitz sich von beiden Seiten anfahren lässt und Haltegriffe und Spülknopf neben dem Sitz angebracht werden können.
  • Ersetzen Sie den WC-Deckel durch eine feste Rückenlehne.
  • Gestalten Sie alles so, dass das Waschbecken unterfahrbar ist und sich Wasserhahn, Seifenspender, Handtücher, Spiegel und Papierkorb im Sitzen erreichen lassen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Alarmknöpfe bzw. -schnüre sowohl im Sitzen als auch vom Boden aus erreichbar sind.
  • Schulen Sie das Personal, damit es weiß, was bei Auslösung des WC-Alarms zu tun ist.
  • Prüfen Sie bei jeder Einrichtung einer barrierefreien Toilette, ob diese so realisiert werden kann, dass sie auch für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen nutzbar ist. Dies ist vor allem für größere Veranstaltungsorte interessant.