Text & Grafik

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Informationen zu gestalten, damit sie für möglichst viele Menschen zugänglich sind.

Taktiles Leitsystem am Schauspiel Leipzig.
Taktiles Leitsystem am Schauspiel Leipzig © Rolf Arnold

Barrierefreie PDFs

Insbesondere für blinde Menschen, die sich Informationen mit einem sogenannten Screenreader vorlesen lassen, sind barrierefreie Dokumente von großer Wichtigkeit. Der Screenreader ist eine Software, die textbasierte bzw. grafische Inhalte  akustisch als künstlich generierte Sprache bzw. taktil auf der Braillezeile ausgibt. Der Screenreader orientiert sich dabei an der Struktur des Dokuments, z.B. des PDFs. Eine gute Struktur zeichnet sich dadurch aus, dass Überschriften und Unterüberschriften als solche erkennbar und einzeln ansteuerbar sind, d.h. dass man Inhalte überspringen bzw. zwischen Inhalten hin- und herwechseln kann und nicht jeden Text von Anfang bis Ende anhören muss. Grafische Darstellungen wie z.B. Buttons oder Formularfelder sollten als solche beschrieben und Bilder immer mit einem Alternativtext versehen werden. Barrierefreie PDFs kann man selbst erstellen. Praxishilfen und -partner dazu finden Sie im unteren Abschnitt.

Piktogramme

Piktogramme vermitteln durch vereinfachte grafische Darstellungen Informationen, die unabhängig von Sprache oder Kultur universell verständlich sind.

Text

Ein barrierfreier Text zeichnet sich dadurch aus, dass er gut strukturiert, genügend Zeilenabstand, mit serifenloser Schrift (z.B. Calibri oder Tahoma), kontrastreich mit angemessener Schriftgröße und ausreichend Abstand zu Seitenrändern und weiteren Textelementen hat. Genaue Angaben und Empfehlungen zur Gestaltung eines barrierfreien Kommunikationsdesigns einschließlich Schriftgrößen- und Kontrastrechner bietet die Online-Broschüre „Leserlich” des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Den Link dazu finden Sie unter Praxishilfen.

Reliefdarstellungen

Damit bspw. Bilder, Grafiken und Landkarten auch für blinde Menschen zugänglich sind, können tastbare Reliefs davon angefertigt werden. Auch Gebäude- und Grundrisspläne werden als Reliefs angefertigt. Die Reliefs werden in verschiedenen Verfahren erstellt z.B. 3D-Druck, mit Schwellpapier oder auch im Tiefziehverfahren erstellt.

 

 

 

zwei Hände lesen Brailleschrift

Brailleschrift | Punktschrift

Die Brailleschrift, auch Blinden- oder Punktschrift genannt, besteht aus sechs ertastbaren Punkten, die in verschieden Kombinationen Buchstaben und Zeichen abbilden. Die Brailleschrift wird von Menschen benutzt, die aufgrund ihrer Sehbehinderung Printprodukte mit regulärer Schwarzschrift (so wird die Schrift für Sehende bezeichnet) nicht lesen können. Erfunden wurde die Brailleschrift  von dem Franzosen Louis Braille. Die Punkte werden mit einem speziellen Prägeverfahren in das Papier geprägt. Neuere Verfahren drucken die Punkte auf das Papier, so dass diese leicht erhaben und ertastbar sind. Bei der Planung von Brailleprodukten ist zu beachten, dass die Brailleschrift etwa viermal so viel Platz benötigt, wie Schwarzschrift. Es gibt deshalb auch eine Braille-Kurzschrift. Weitere Braillesysteme gibt es jeweils auch für Noten, Strickmuster, für mathematische Formeln oder für Schach.