Lockerungen dürfen nicht zur Isolation von Menschen mit Behinderung führen

VertreterInnen von Betroffenenverbänden und AktivistInnen kritisieren vorschnelle Exit-Strategien. Sie lehnen eine Isolation der sogenannten Risikogruppen ab. Was es jetzt bräuchte, ist die Solidarität der gesamten Gesellschaft.

Seit dem 20. April laufen in Deutschland die ersten Lockerungsmaßnahmen, mit dem Ziel schrittweise zu einer “Normalität” zurückzukehren. Der Druck für weitere Lockerungen steigt täglich, insbesondere mit Hinblick auf den wirtschaftlichen Schaden, den der Lockdown verursacht. Dabei werden zunehmend Exit-Szenarien diskutiert, die eine “Normalisierung” für die Gesunden, Jungen und Fitten vorsehen und eine Isolation für diejenigen, die besonders gefährdet sind, einen schweren Covid-19-Verlauf zu haben.

VertreterInnen von Betroffenenverbänden und AktivistInnen kritisieren diese Exit-Strategien. Sie würden die sogenannte Risikogruppen doppelt benachteiligen. Nicht nur, dass Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderung ohnehin tagtäglich mit Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen klarkommen müssen, durch eine zu schnelle Lockerung bzw. Isolation der Risikogruppen, würden die Freiheitsrechte ungleich verteilt und die Verantwortung für die eigene Gesundheit wieder einzelnen Gruppen zugeordnet, anstatt der Gesellschaft insgesamt. Ganz zu schweigen von dem Stigma.

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