Jürgen Dusel und Olaf Zimmermann fordern mehr Barrierefreiheit auf allen Ebenen im Museum.
Museen brauchen Inklusion
Wie inklusiv sind unsere Museen?
Presseerklärung des Deutschen Kulturrates vom 3.11.2022
In der UN-Behindertenrechtskonvention werden Zugänglichkeit, das heißt auch Barrierefreiheit, und Teilhabe in allen Handlungsfeldern des menschlichen Lebens gefordert. Insbesondere Artikel 30 verweist auf die Zugänglichkeit von Kulturorten sowie auf die explizite Teilhabe von Künstlerinnen und Künstlern mit Beeinträchtigungen.
Bezüglich der Umsetzung dessen besteht in deutschen Museen allerdings noch „Luft nach oben“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Jürgen Dusel im gemeinsamen Gespräch mit Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates und Herausgeber von Politik & Kultur, in der aktuellen Ausgabe 11/2022 der Zeitung des Deutschen Kulturrates. Dusel sagt weiter: „Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland geltendes Recht ist, verpflichtet uns eben dazu. Es ist nicht ausreichend, dass der Staat dies zum geltenden Recht erklärt, es ist vornehmliche Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass diese gesetzten Rechte gelebt werden können. Das Recht muss bei den Menschen ankommen. (…) Um das zu erreichen, müssen wir eine Trias im Blick haben: Wir brauchen auf der einen Seite die Willkommenskultur in den Museen für Menschen mit Behinderungen in ihrer Diversität. Wir brauchen mehr Künstlerinnen und Künstler, die sichtbar in Museen, in Ausstellungen und anderen Formaten sind. Und wir brauchen eine Beschäftigtenstruktur in Museen, die diese Diversität abbildet. Diese drei Dinge sind entscheidend.“
Zimmermann unterstützt Dusels Forderung und betont insbesondere auch die Notwendigkeit finanzieller Mittel zum Ausbau inklusiver Kulturorte: „Der Wille allein reicht nicht, ihm muss die konkrete Handlung folgen. Das bedeutet im Kulturbereich oft, dass dafür die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Es geht also auch ums Geld, damit diese Zugänglichkeit, diese Barrierefreiheit in allen Bereichen erreicht werden kann. Es ist eben nicht allein mit einer Induktionsschleife, einem Aufzug oder einer Rampe getan, da gehört auch viel Inhaltliches dazu. (…) Die Politik sagt, es gibt sehr wichtige Themen, die zu erfüllen sind, z. B. Klimaschutz oder Gleichberechtigung. Diese Themen werden dann in einen Zuwendungsbescheid geschrieben. Aber es werden keine Mittel dafür zur Verfügung gestellt. Damit macht es sich die Politik sehr oft sehr einfach. Das gilt auch für Barrierefreiheit in Museen: Die öffentlichen Hände müssen die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, damit das umgesetzt werden kann. Barrierefreiheit kostet Geld, das dürfen die Kommunen, die Länder und der Bund nicht weiter verdrängen.“
- Lesen Sie das ganze Gespräch zwischen Jürgen Dusel und Olaf Zimmermann hier
- hier finden Sie die Pressemitteilung
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